Montag, 11. Februar 2008

Kochkurs: Selbst gebackene Challa

Folgendes muss ich leider gestehen: Bislang habe ich mein Schabbatbrot immer gekauft, denn an jüdischen Bäckereien fehlt es mir glücklicherweise hier im Pariser 19. Arrondissement wirklich nicht!
Seit dem Kochkurs, an dem ich letzten Sonntag teilgenommen habe, besitze ich nicht nur ein wirklich gutes und vor allem einfaches Rezept, sondern habe endlich gelernt, wie man die Challe richtig flechtet, damit sie nicht wie eine aufgeblasene Stucksäule aus dem Backrohr kommen! Nächsten Donnerstag geht's los!

Und hier ist vorerst schon mal das Rezept (für eine Challa):

- 250 g weißes Mehl
- 1 Briefchen Trockenhefe (5,5 g)*
- 1 Kaffeelöffel Salz
- 1 Kaffeelöffel Zucker (die Menge kann beliebig bis zu 1 Esslöffel erhöht werden)**
- 1 Ei + 1 Eigelb für die Glasur
- 1 Kaffeelöffel Öl** (die jüdische Mame nimmt natürlich die dreifache Menge, was aber wirklich nicht sein muss!)
- 125 ml Wasser
- eine Handvoll Sesamkörner oder Mohnsamen

Das Mehl in eine Schüssel geben und die Trockenhefe mit einer Gabel daruntermischen. Den Zucker dazugeben und wieder gleichmäßig vermischen. Das Salz dazugeben, vermischen(Salz und Hefe sollen nicht direkt in Berührung kommen, daher am besten diese Reihenfolge einhalten).

Das verquirlte Ei, das Öl und die Hälfte des Wassers dazugeben und nun mit den Händen verkneten. Langsam das restliche Wasser daruntermischen und etwa 20 Minuten lang kneten. Der Teig sollte sich weich und geschmeidig anfühlen.

Die Teigkugel in eine Schüssel geben, ein wenig Mehl darüberstreuen und mit einem Küchentuch bedecken. An einem geschützten Ort 1 Stunde lang gehen lassen (Meine Kochlehrerin hat uns folgenden Tipp gegeben: Den Teig eifach neben ein mit kochendem Wasser gefülltes Schüsselchen ins kalte Backrohr geben).

Nach einer Stunde den Teig aus der Schüssel nehmen und kurz durchkneten. In zwei gleich große Stücke aufteilen und zwei Teigstänge daraus rollen. Nun die beiden Teigstränge zu einem Zopf flechten.

Das Backrohr auf 150-170°C vorheizen (Thermostat 5-6).

Die Challa mit einem Tuch bedecken und noch einmal 30 Minuten gehen lassen. Dann mit dem Eigelb bestreichen, nach Belieben mit Sesamkörner oder Mohnsamen bestreuen.

20 Minuten lang goldbraun backen.

Foto wird selbstverständlich nachgereicht!

Abschließend noch einige Tipps:

* In Frankreich die Marke "levure briochin" von Alsa nehmen. In Deutschland vielleicht am besten die Trockenhefe von Dr. Oetker?

** Nach Belieben das Öl variieren: Olivenöl, Nussöl, Arganöl usw. Anstatt Zucker kann natürlich auch dieselbe Menge Honig verwendet werden.

Die Challa kann schon am Vortag geformt und in den Kühlschrank gegeben werden. Am Freitagmorgen einfach nur noch mit dem Eigelb bestreichen und ins Rohr geben.

Lachs-Brokkoli-Quiche

Normalerweise gibt es bei uns am Sonntagabend eine selbst gemachte Pizza: unsere absolut wirksame Antwort auf den allbekannten, quasi universalen Sonntagabend-Blues! Dazu hören wir uns "Le masque et la plume", einen Klassiker der linken "Bourgeois-Bohème"-Radiowelt, an: eine Art literarisches Quartett, für Film, Theater und Literatur. Incontournable, amüsant und köstlich versnobt!

Nun ist Schwester Routine bekanntlich die schlimmste Feindin aller Gaumenfreuden - seien sie noch so bescheiden - und so suchte ich diesen Sonntag nach einem alternativen Abendmahl: brocoliQuiche mit Lachs und Biobrokkoli. Monsieur hatte die Aufgabe, einen Fertigmürbteig zu kaufen, und nachdem er zuerst mit einem Fertigblätterteig ankam und dann um fünf vor acht noch einmal losgeschickt wurde, konnte es auch schon losgehen.

Lachs-Brokkoli-Quiche

- 1 Fertigmürbteig
- 250 g Brokkoli
- 400 g frisches Lachsfilet (also ohne Haut und Gräten),
- 4 Eier
- 30 cl Sahne
- ein wenig Butter für die Backform
- Salz und Pfeffer

Das Backrohr auf 210°C vorheizen.
Eine runde Backform (26 cm Durchmesser) mit Butter ausstreichen. Den Mürbteig in die Form legen und den Überschuss wegschneiden. Mit einer Küchengabel an mehreren Stellen in den Teig piken.
Die Brokkoliröschen 2 Minuten lang in kochendes Salzwasser geben, dann abseihen. (Besonders Fleißige können die Röschen auch nach dem Kochen direkt in einer mit Wasser und Eiswürfel gefüllten Schüssel abschrecken und dann sofort abseihen. So verlieren die Brokkoliröschen ihre schöne sattgrüne Farbe nicht. Das mache ich prinzipiell immer, wenn ich Brokkoli kalt mit Knoblauch, Olivenöl und Peperoncino zubereite.)
Den Lachs kurz unter fließendem, natürlich kaltem, Wasser abwaschen, mit Küchenpapier trocken tupfen und in kleine Würfel schneiden.
Die Lachswürfel auf dem Mürbteig verteilen, und die Brokkoliröschen dazugeben.
Die Eier mit der Sahne in einer Schüssel verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken. Über Lachs und Brokkoli gießen.
Die Quiche im Rohr ca. 45 Minuten lang goldbraun backen.
Kann warm oder - am nächsten Tag - kalt verspeist werden.
Und was gibt's für Bébé? Dasselbe - oder beinahe!

Rote Bete??? Rote Bete!!!

Diese Woche schaut meine Biogemüselieferung irgendwie mickrig aus: Feldsalat, vorgekochte Rote Bete, Kartoffeln, Brokkoli, und das war's auch schon...

Was soll ich bloß mit 6 Stück Rote Bete machen? Vor meinem betteraveBiogemüse-Abo kaufte ich so was höchstens einmal im Jahr, in sporadischen Anflügen von Nostalgie, um mir den Ronensalat mit Sahnesoße aus meiner Kindheit zu Gemüte zu führen - meistens alleine, denn Monsieur verabscheut den erdigen Geschmack der knallroten Knolle.
Spontan denke ich an folgende Rezepte: Rote-Bete-Kartoffel-Brei für meinen kleinen Léo, Borschtsch (ähm, schreibt man das wirklich so?) oder Feldsalat mit hauchdünnen Rote-Bete-Scheiben, Haselnüssen und Ziegenkäse oder Ricotta, denn ein milder Frischkäse passt besonders gut zum süßen Geschmack der Roten Bete. Coming soon!
Den Matjessalat mit Roten Beten, Äpfeln, Saurer Sahne und weiß ich noch alles überlasse ich am besten meinen Bloggerkollegen aus Deutschland :-)
Nicht, dass ich prinzipiell was gegen das Rezept habe, aber erstens muss ich hier in Paris kilometerweit laufen, um richtige Matjesfilets und vor allem saure Sahne herzukriegen. Und zweitens passen bestimmte Gerichte eben nun mal nur zu bestimmten Orten!

Donnerstag, 7. Februar 2008

Mein arrangierter Rum

"Rhum arrangé", also "verbesserter" Rum, ist eine französische Variante des großmütterlichen Rumtopfs, der das ganze Jahr über mit Früchten der Saison angereichert wird. „Arrangierter“ Rum stammt natürlich aus den Französischen Antillen, die übrigens ausgezeichneten Rum exportieren.
Das Prinzip kennt jeder: ein hochprozentiger Rum wird mit Zucker, Gewürzen und beliebigen Früchten am besten in einem Steingutgefäß angesetzt und für mehrere Monate lang in einem kühlen Ort gelagert, bis sich der Rum zu einem aromatisch-würzigem Getränk verwandelt hat, den man zum Beispiel als Digestiv nach einem kreolischen Abendessen reichen kann.
Was ich schon seit langem einmal ausprobieren wollte. Und so machte ich mich also vor einem Monat daran, meinen eigenen zesteur_flouRumtopf zu kreieren. Dabei habe ich mich auf eine Frucht, nämlich Ananas, beschränkt, damit mein Rum nicht in einen Obstsalat ausartet, sondern schön minimalistisch edel bleibt.
Jetzt steht mein Rum in einem großen Einweckglas auf dem Balkon und ich zähle die Tage bis zum Mai: dann nämlich sind die 5 Monate Wartezeit um und mein arrangierter Rum dürfte Gaumen und Leber der extra zur Verkostung geladenen Auserkorenen erfreuen.
Übrigens liegt eines der Geheimnisse eines gelungenen arrangierten Rums in der Qualität seiner Zutaten. Also: um Himmelswillen kein billiger Fusel, vertrocknete Vanilleschoten oder halb reife Früchte, sondern echter Qualitätsrum und wirklich reife, saftige Früchte der Jahreszeit!

Das Rezept:

- 1 l guter, echter, weißer Rum (54 %ig)
- 10 cl Zuckerrohrsirup
- 1 wirklich fleischige Vanilleschote
- die Schale einer unbehandelten Orange (mit dem Zestenreißer entfernen, damit der weiße und bittere Teil der Schale nicht in den Rum kommt)
- 1 Zimtstange
- 100 g Obst (je nach Jahreszeit Honigmelonenwürfel, Litschis, Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen oder, wie ich, Ananaswürfel).

Den Rum in ein Einweckglas geben und die Früchte daruntermischen.
Den Zuckerrohrsirup, die Zimtstange, die Orangenschale und die aufgeschlitzte Vanilleschote dazugeben.
Mindestens 5 Monate lang im Trockenen und dunkel aufbewahren. Für das Foto habe ich meinen Rum mal eben kurz aus dem Winterschlaf geweckt und gleich auch ein wenig daran geschnuppert: himmlisch orangig...!
rhumarrange

Mein Klops-Rezept für den Freitagabend

Klopsrezepte gibt es nun ja wirklich in Hülle und Fülle. Beim Stöbern im Internet bin ich auf einen Artikel aus dem Tagesspiegel gestoßen, in dem Lily Bretts Buch "Chuzpe" vorgestellt wird. Bei Gelegenheit werde ich mir das Buch einmal über Amazon zukommen lassen - schon allein deshalb, weil die Schriftstellerin angeblich am Ende gleich drei ihrer Klops-Rezepte preisgibt! Ehrlich gesagt hätte ich nie daran gedacht, dass ein Klops aus etwas anderem als Rinderhackfleisch, Zwiebel und Tomatensoße bestehen könnte. Wenn ich da von Lily Bretts "Spinatklopsen mit Rote-Beete-Streifen gewürzt mit Koriander, Kardamom und Zimt" oder gar von "Karotten-Honig-Klopsen" lese, dann rinnt mir nicht nur das Wasser im Mund zusammen, sondern mich packt vor allem unverzüglich die Lust, mein Basis-Klops-Rezept demnächst ein wenig aufzumöbeln.
Obwohl es mich eigentlich bislang noch nie im Stich gelassen hat!

Und hier ist es:

- 1 klein gehackte Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 klein gehackte Stange Sellerie
- 1 EL Thymian
- 1 EL Origano
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Zweige Rosmarin
Anstelle dieser Kräuter kann auch mit 2 EL "Herbes de Provence" gewürzt werden
- 1 EL Olivenöl
- 700 g Rinderhackfleisch
- 1 fein geriebene Karotte
- 2 verquirlte Eier
- 80 g Brösel (oder Haferflocken)
- 1 1/2 Kaffeelöffel feines Salz
- Pfeffer (ich nehme Cayenne-Pfeffer)
- 160 g Tomatensoße

Das Rohr auf 180°C vorheizen. Eine rechteckige Backform (meine Silikon-Backform ist 25x10 cm groß) mit Öl bestreichen.

Die Zwiebel mit den Kräutern, dem Sellerie und dem Olivenöl in einer Pfanne vermengen und ein paar Minuten lang leicht anbraten. Zum Schluss die fein gehackte Knoblauchzehe dazugeben und noch einmal eine Minute lang braten lassen.

Das Hackfleisch in eine große Schüssel geben, mit dem Zwiebel-Kräuter-Gemisch, der fein geriebenen Karotte und den Bröseln vermengen. Die beiden Eier, Salz, Pfeffer und Tomatensoße dazugeben und wieder gut mischen, bis die Mischung sich beim Rühren schön saftig anhört...
klops_laurierDie Hackfleischmischung in die Backform geben und mit dem Kochlöffel gleichmäßig verteilen. Das Lorbeerblatt dekorativ in die Mitte geben.
Im Rohr eine gute Stunde lang backen lassen, bis der Klops schön braun ist.

Im Winter essen wir gerne gedünsteten Rotkohl mit Rosinen dazu. Ein absoluter Klassiker!

Montag, 4. Februar 2008

Orangen-Zitronen-Rosmarin-Pittas mit Feta und Salat

Letzten Donnerstagabend flatterte uns wie jeden Donnerstag ein Campanier ins Haus: dieses Mal gab es unter anderem Fenchel, Blumenkohl, Kartoffeln und einen knackig frischen Batavia-Salat, den wir natürlich zuallererst essen wollten. Da fiel mir ein, dass Patricia Wells in ihrem letzten Buch von Orangen-Zitronen-Pittas spricht, die mir gleich schon aufgefallen waren, weil sie im Handumdrehen fertig sind. Ihr Rezept habe ich allerdings gründlich abgeändert:
Patricia Wells nimmt Vollkornpittas, ich ganz normale. pitahseuleAußerdem ersetze ich das Bund Petersilie und Pfefferminze durch 4 EL fein gehackten Rosmarin, denn ich hasse Pfefferminze und LIEBE den so herrlich nach Mittelmeer duftenden Rosmarin. Übrigens habe ich in meine Pittas auch ein wenig Knoblauch und Cayenne-Pfeffer hineingeschmuggelt.

- 4 EL fein gehackte Rosmarinnadeln
- 1 fein gehackte Knoblauchzehe
- Cayenne-Pfeffer und Salz nach Geschmack
- die geriebene Schale einer Biozitrone
- die geriebene Schale einer Bioorange
- 4 EL gutes Olivenöl
- 4 Pittas
- 80 g Feta, gewürfelt

Rosmarinnadeln, Knoblauch, Orangen- und Zitronenschale in ein Schüsselchen geben, mit Cayennepfeffer und Salz abschmecken und mit 3 EL Olivenöl mindestens eine Stunde lang marinieren lassen.

Das Backrohr auf 230°C vorheizen. Die Pittas großzügig mit der duftenden Marinade bestreichen, mit den Fetawürfeln garnieren und 10 Minuten lang goldbraun backen.

Aus dem Rohr nehmen, mit dem restlichen Olivenöl (1 EL) beträufeln und mit etwas Salat servieren.

Übrigens habe ich die Salatvinaigrette ganz einfach gehalten: 3 EL Zitronensaft, Salz und 4 EL Olivenöl.

Ein wirklich gelungener Snack, der sich schnell zubereiten und beliebig variieren lässt! Ach ja, übrigens kann die Pitta auch nur so ohne Salat und Feta in Stücke geschnitten zum Aperitiv gegessen werden. Eine weitere Alternative: die Pittas öffnen und vor dem Backen mit Feta und etwas Marinade füllen.
pitah_orangecitron

Donnerstag, 31. Januar 2008

Karotten-Halva

Wenn ich bisher 'Halva' hörte, dann dachte ich eigentlich an eine Art orientalischen Nugat, der so richtig schön überzuckert schmeckt und ungefähr 1000 Kalorien pro Bissen liefert.
Halva soll - habe ich gerade eben bei Wikipedia nachgelesen - aus dem Arabischen stammen und sich von der Wurzel "süß" ableiten. Wen wundert's?
Als ich vor ein paar Tagen in einem Kochbuch von Bridged Jones (der anderen!) blätterte, das ich prinzipiell nie verwende, aber mir immer wieder gerne anschaue, weil es so schön "High-Tea-mäßig" aussieht, mit Schleife und so, bin ich auf nachfolgendes Rezept gestoßen. Gestern Abend habe ich es auch gleich - in leicht abgewandelter und meinen Vorräten angepasster Form - ausprobiert und trotz Grippe-Gliederschmerzen bis 23 Uhr eifrig gerührt und gerührt und gerührt...

Hier ist mein Rezept:

Karotten-Halva


- 30 g Butter
- 250 g fein geraspelte Karotten (3-4 Stück, je nach Größe)
- 3 Kardamomkapseln
- 1 Stange Zimt
- 2 Gewürznelken
- 30 g Mandelblätter
- 30 g Rosinen
- 375 ml Milch
- 60 g Rohrzucker
- 2 EL Orangenblütenwasser

Die Butter in einem kleinen Kochtopf zergehen lassen. Karotten, Kardamomkapseln, Zimt, Gewürznelken und Mandeln dazugeben und unter ständigem Rühren 20 Minuten lang anbräunen.
Dann Rosinen und Milch beifügen.
Nun 1 gute Stunde lang einkochen lassen (ohne Deckel, denn die Flüssigkeit soll verdampfen!). Achtung, der Brei soll gegen Ende der Kochzeit eine festere Form angenommen haben und brennt deshalb leicht an. Also dabeibleiben und ständig rühren!
Nun den Zucker und das Orangenblütenwasser dazugeben, gut unter die Halva mengen und noch einmal gute 10 Minuten köcheln lassen.
Abkühlen lassen und kalt auf einem Naturjoghurt servieren.
Schmeckt traumhaft, so richtig nach Bollywood.
karottenhalva
Übrigens verwendet Bridget Jones Rosenblütenwasser und rät, die Halva mit gehackten Pistazien zu servieren. Was ich auch gerne gemacht hätte, aber Pistazien sind auf meinen Küchenregalen nur selten anzutreffen.

Knackiger Wintersalat mit Leinsamen-Koriander-Sesam-Vinaigrette

Dass ich zur Zeit nicht gerade von Übersetzungsaufträgen überhäuft werde, hat immerhin etwas Gutes: ich koche so ziemlich pausenlos! Babykompotte, Babybreie, Babysäfte: Übrigens brutzelt auf meinem Herd gerade ein Baby-Spinat-Kartoffel-Brei. Aber davon vielleicht ein anderes Mal.

Nach dem misslungenen Kürbis-Flan (der immer noch auf meinem Küchentisch herumsteht und vergeblich auf Gäste wartet) hatte ich erst einmal die Nase voll vom Süßem, und noch dazu so richtig Lust auf einen wirklich schmackhaften, dicken Salat mit Nüssen, Kartoffeln, Karotten und was sonst noch so alles in ein Winterabendgericht gehört, das wirklich etwas auf sich hält.

wintersalatDas Rezept dürfte für 3 Personen reichen, aber Monsieur und ich haben den Salat auch zu zweit locker fertig gekriegt...

Knackiger Wintersalat mit Leinsamen-Koriander-Sesam-Vinaigrette

3 mittelgroße, fest kochende Kartoffeln
2 Stangen Sellerie
1 große Karotte
1/4 Weißkohl (ca. 130 g)
130 g Erbsen (habe Bio-Tiefkühlerbsen verwendet)

Für die Vinaigrette:

Je 1 großzügig gehäufter Esslöffel Korianderkerne, Leinsamen und Sesamkörner
1 Esslöffel Senf
4 Esslöffel Weißweinessig (am besten einen französischen Schalottenweißweinessig)
100 cl Olivenöl
Salz, Pfeffer

Die Kartoffeln (mit der Schale) in Salzwasser weich kochen, schälen und in kleine Würfel schneiden. In eine Salatschüssel geben.
Karotte, Sellerie und Erbsen 3 Minuten lang in Salzwasser knackig kochen, gut abseihen und zu den Kartoffeln geben.
Den Weißkohl in feine Scheiben schneiden und ebenfalls in die Salatschüssel geben. Alle Zutaten vermengen.

Für die Vinaigrette Leinsamen, Sesam- und Korianderkörner in einem Pfännchen (ohne Fett) ein paar Minuten lang grillen (bis sie anfangen über den Pfannenrand "hinauszuhüpfen")
Die gegrillten Körner in ein Schüsselchen geben und gut mit dem Senf vermischen.
Weißweinessig, Salz und Pfeffer dazugeben, wieder gut mischen und abschließend das Öl einrühren.

Die Vinaigrette unten den Salat geben und das Ganze mindestens eine Stunde lang ziehen lassen.

Schmeckt irgendwie wie Russischer Salat, aber ohne Ei und Mayo.

Anstelle des Schalottenweißweinessigs einfach eine klein gehackte Schalotte (oder Zwiebel) in den Salat geben und einen anderen Essig verwenden.
wintersalat

Dienstag, 29. Januar 2008

Nie wieder Kürbis-Flan :(

Eines muss ich gleich vorwegnehmen: Ich bin ein absoluter Fan von Patricia Wells! Leider sind ihre Bücher - abgesehen von einer nicht sehr aktuellen Ausnahme - nur auf englisch oder französisch erhältlich (P.W. ist Amerikanerin und lebt in Frankreich). Alle ihre Kochbücher sind wahre Bibeln für mich, eigentlich gelingen ihre Rezepte einfach immer und bringen meinen Freund und alle, die bei mir sonst noch so am Tisch sitzen, oft zum Staunen!
Als mich gestern wieder einmal die Kochlust packte, machte ich mich dazu auf, ein Rezept aus dem allerletzten Patricia-Wells-Buch auszuprobieren: einen Kürbis-Flan (ein Flan ist ein puddingartiger Kuchen, den man ganz einfach mit Milch, Zucker, Eiern, ein wenig Mehl und Obst zubereitet). Was war bloß los mit dem kurbisganzRezept? Was war bloß los mit mir? Mein Flan ließ sich zwar essen, aber eben nur, weil gerade nichts anderes auf dem Tisch stand... der Teig ist irgendwie zu schwammig, und sogar Monsieur hat diesmal nicht auf eine zweite Portion bestanden....

Womit mein erster Artikel zu Patricia Wells leider - und mysteriöserweise - ein Reinfall wäre... In den nächsten Tagen werde ich mir mal ein anderes Rezept aus ihrem Buch genauer unter die Lupe nehmen. Versprochen, Patricia, das nächste Mal mache ich deinem Buch garantiert mehr Ehre!

Montag, 28. Januar 2008

Argan-Walnussbrot mit Frischkäse für den Montagabend

Heute hatte ich endlich wieder einmal Zeit fürs Kochen - mein Kleiner ist in der Kinderkrippe und ich hatte nur eine kleine Übersetzung zu überprüfen.

Nun duftet meine ganze Wohnung - zugegeben, sie ist ziemlich klein :) - nach dem Kürbis-Flan, den ich vor einer hablen Stunde ins Rohr gegeben habe. Und mir bleibt noch ein wenig Zeit, vom Nussbrot zu berichten, das ich gestern mit meiner Brotmaschine (Delonghi, A tutto pane) gebacken habe.

Was macht man mit 1 Kilo Biowalnüssen aus dem walnussbrotmascarponePerigord? Man kann sie natürlich einfach nur pur geniessen (sie sollen ja ein wertvoller Omega-3-Lieferant sein). Oder ein Walnussbrot backen, das mit Ziegenfrischkäse oder Mascarpone und Schnittlauch besonders toll schmecken düfte! Letzteres hab ich übrigens gleich am Abend ausprobiert :

Und hier ist das Rezept:

125 gr Walnüsse
1/2 Kaffelöffel Trockenhefe
20 gr Rohrzucker
175 cl warme Milch
1 verquirrltes Ei
175 g weißes Mehl
1 Kaffeelöffel feines Meeressalz
1 Kaffeelöffel Walnuss- oder Arganspeiseöl

Zuerst alle flüssigen Zutaten in der Brotmaschine vermischen und die Nüsse beifügen. Dann das Mehl daraufgeben und abschliessend Hefe, Zucker und Salz jeweils in eine Ecke geben (Salz und Hefe sollten sich nicht berühren). Auf meiner Brotmaschine stelle ich dann einfach das Programm "Süß" für 750 gr und heller Kruste ein.
Ansonsten sollte der Teig eine Stunde lang aufgehen, und dann eine Stunde lang gebacken werden.

Übrigens: Das Brot schmeckt leicht süßlich. Ich kann mir vorstellen, dass es mit ein wenig Ziegenfrischkäse und frischen Feigenscheibchen besonders lecker schmecken dürfte.
Oder: Ricotta und eine hauchdünne Rote-Beete-Scheibe, mit etwas Balsamicoessig. Sobald ich Rote Beete im Kühlschrank habe, probier ich das mal aus und poste ein Foto!
... und weil ich so stolz auf meine rustikalen Servietten bin, die noch aus der Aussteuer der Großmama meines Freundes stammen, hier gleich noch ein zweites Foto!

walnussbrot1

Gute Vorsätze zum neuen Jahr...

Gut, der Januar ist eigentlich schon beinahe wieder vorbei, aber es ist nie zu spät für einen gutes Vorsatz: Nach den Winterferien, einer Grippe, anstrengenden Übersetzungsaufträgen und last but not least einer doppelten Computerpanne (zuerst hat mir mein Herr Sohn den USB-Stick, schneemannder uns mit dem Wi-fi verbindet, total verbogen und dann wurde auch noch mein Lap-top, mit dem ich abends immer Artikel schreibe, von einer wahren Virus-Armada befallen, und hat erst einmal den Geist aufgegeben. Das Problem ist übrigens immer noch nicht behoben...), nach all den Steinen also, die meinem Blogabenteuer im Lauf des Monats in den Weg gelegt wurden, bin ich nun wieder startklar!

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Bunter israelischer Salat

Wie gesagt, diese Woche habe ich zwei Kilo Bioorangen zu verwerten! Kein Problem für eine Frau wie mich! Ich liebe Orangen, und das nicht nur wegen ihrer herrlichen Farbe. Liegt das dass ich mitten im Sommer geboren bin? Auf jeden Fall bestand mein Obst-Campanier diese Woche unter anderem aus Avocados und Granatäpfeln. Ich habe lange hin und her überlegt, und schließlich habe ich mich für eine etwas abgeänderte Variante aus einem meiner Lieblichkochbücher entschieden. Ich habe das Buch schon einmal erwähnt, und da mein Blog wirklich noch nicht alt ist, kann man sich vorstellen, wie oft ich das Buch verwende! Dabei habe ich zwei Veränderungen vorgenommen: den Honig für die Vinaigrette lasse ich lieber weg (das kommt mir doch etwas zu süß vor, vor allem, weil schon Orangensaft dabei ist) und auch auf die Pfefferminze verzichte ich lieber (... aus dem einfachen Grund, dass ich den penetranten Geruch von Pfefferminze einfach nicht ausstehen kann ). Dafür habe ich etwas Schnittlauch dazugegeben, was meiner Meinung besser zu Avocados passt.
saladeisrael
Israelischer Salat mit Avocados, Granatäpfeln und Orangen

Für zwei Personen:

1 Orange (es bleiben mir also immer noch ein paar Gramm Orangen übrig…)
1 halber Granatapfel
2 Avocados
der Saft einer halben Zitrone
1 Esslöffel Weißweinessig (noch besser: Schalotten-Weißweinessig)
Salz und roter Pfeffer
2 Esslöffel Traubenkernöl

Die Orange mit dem Messer schälen, auch die bittere weiße Haut entfernen. In feine Scheiben schneiden. 2 Esslöffel Orangensaft für die Vinaigrette in eine kleine Schüssel geben.
Die Kerne des Granatapfels mit Hilfe eines kleinen Löffels entfernen und aufbewahren. 1 Esslöffel Granatapfelsaft für die Vinaigrette zum Orangensaft geben.
Die Avocado schälen und in feine Scheiben schneiden. Mit dem Zitronensaft bespritzen, damit sie schön grün bleiben.
Die Avocadoscheiben schön fächerförmig auf zwei flache Teller verteilen, dann die Orangenscheiben dazugeben. Nun die Granatäpfelkerne über den Orangen-Avocado-Salat streuen.
Für die Vinaigrette den in einer Schüssel aufbewahrten Orangen- und Granatapfelsaft mit Essig, Salz und rotem Pfeffer vermischen. Zum Schluss das Traubenkernöl unterrühren.
Die Vinaigrette über den Salat verteilen und mit Schnittlauch dekorieren.

Karotten-Orangencremesuppe für kalte Wintertage

Seit ich ein Baby habe (morgen wird mein Spatz 10 Monate alt!!!), interessiere ich mich sehr für Bioobst und -gemüse. Hier in Paris gibt es viele Möglichkeiten: eine besteht darin, per Abonnement wöchentlich einen Obst- und Gemüsekorb zu erhalten. Der Inhalt ist vorgegeben, man kann ihn sich also nicht selbst zusammenstellen. Ein originelles Konzept, vor allem, wenn man wie ich die Tendenz hat, auf dem Markt immer wieder dasselbe Gemüse zu kaufen : Fenchel, Broccoli, Salat und Kartoffeln... Wer hat am Sonntagmorgen schon kreative Gedanken?
So bin ich also jede Woche gespannt, was mir mein Campanier (Campagne+Panier, also "der Korb vom Land") bietet. Letzten Donnerstag waren es unter anderem Karotten und Orangen. Nun sind Karotten nicht gerade unbedingt meine Leidenschaft sind. Nachdem ich also einen Teil in tonnenweise Babykarottenpüree verwandelt habe, blieben mir immer noch zwei Stück übrig. Als ich über meinen Bildschirm auf meine eisige Strasse hinausblickte, kam mir plötzlich ein genialer Einfall: wie war das doch noch mal mit der Karotten-Orangen-Suppe aus dem Kochbuch, das mir die Tochter meines Freundes geschenkt hatte?

Das Resultat? Herrlich orange, ein köstlicher Tupfer Extravaganz an grauen Wintertagen!


Karotten-Orangen-Cremesuppe

Für 2 Personen (und ein Löffelchen für mein kleines Männchen):

300 gr Karotten (2 Stück)
1 mehlige Kartoffel
1 Stück Stangensellerie (muss aber nicht sein)
1 Zwiebel
1 Würfel Gemüsebrühe (z. B. von Rapunzel)
1 Esslöffel Olivenöl
Fürs Anrichten ein wenig Petersilie, roten Pfeffer und Crème Fraîche

veloutecarottes
Kartoffel, Zwiebel und Karotten schälen und mit dem Stangensellerie fein hacken. Den Suppenwürfel in 600 ml kochendem Wasser auflösen.
Das Öl in einen Topf ca. 1 Minute lang erhitzen, dann das Gemüse hinzufügen. 5 Minuten lang bei kleinster Hitze weich kochen.
Dann die Gemüsebrühe dazugeben, zuerst zum Kochen bringen und dann bei mäßiger Hitze 30 Minuten lang köcheln lassen. Anschließend mit dem Mixstab pürieren.
In zwei Suppenteller aufteilen und mit einem Häubchen (oder einer Haube, für alle die sich so was kalorienmäßig leisten können) Crème Fraîche, rotem Pfeffer und Petersilie servieren.

Die Varianten zu diesem Rezept sind unendlich...
Die Karotten können auch mit ein wenig Rosmarin, Sellerie und Knoblauch geschmort werden. Am Ende 2 EL Ricotta (oder für eine pikantere Version Ziegenkäse) darunterrühren.
Mit gegrillten Kernen (z. B. Kürbiskernen) servieren.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Happy Hanukka...!

Ich habe mich noch nicht an den Gedanken gewöhnt, ein Blog zu CIMG1904besitzen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich total vergessen habe, die leckeren Latkes, die ich am Freitag gebacken habe, zu fotografieren. Man muss mir also aufs Wort glauben, wenn ich behaupte, dass die kleinen Kartoffelpfannküchlein kochbuchreif waren.
Übrigens: Latkes heißen in meiner Familie auch Kartoffelpuffer und sind eine typisch ostjüdische Spezialität, die man zu Hanukka isst, da sie in Fett herausgebacken werden. Zu Hanukka werden traditionell in Öl gebackene Speisen serviert (so zum Beispiel auch Sufganiots, eine Art Mini-Faschingskrapfen mit Marmeladefüllung).
Zwar lebe ich hier in Paris in einem Viertel mit sehr vielen jüdischen Geschäften, aber meistens handelt es sich dabei um sefardische und nicht um ostjüdische. Somit muss ich mir meine Latkes eben selber backen und nach Fett riechende Haare, Kleider und Küche in Kauf nehmen. Oder mir meine Latkes sündteuer aus den Touristenfallen in der Rue des Rosiers holen.
Übrigens: Das Fest dauert ganze acht Tage lang (dieses Jahr endet das Fest am 12. Dezember), und jeden Abend wird eine Kerze am neunarmigen Hannukka-Leuchter angezündet (8 Kerzen plus der Schamasch, der „Diener“). Während die Kerzen brennen, soll man keine Arbeit verrichten, sondern sich etwas Leckeres gönnen – zu Beispiel Latkes!

Und hier ist mein Rezept, das übrigens aus einem meiner Lieblingskochbücher (mehr dazu in einem zukünftigen Beitrag!) stammt, und das ich mit einer zusätzlichen Zutat verfeinert habe: Frischkäse. Natürlich nur, wenn davor, dazu oder danach kein Fleisch gegessen wird.

Für ca. 16 Latkes:

- 6 Kartoffeln, geschält
- 1 Zwiebel
- 2 Eier, verquirlt
- 85 gr Matzenmehl (oder normales Mehl)
- 6 g Frischkäse (20% Fett, wenn ihr in Frankreich lebt, dann empfehle ich einen kleinen Becher "Petit Suisse".
- 1 Kaffeelöffel Salz
- Pfeffer
- Backöl
… und natürlich hausgemachtes Apfelmus mit Zimt, Nelke und Honig, zu dem die Latkes am allerbesten schmecken!


Kartoffeln und Zwiebel fein mit dem Mixer reiben, auf einem Küchentuch trocknen und dann in eine große Salatschüssel geben.
Mit den Eiern und dem Matzenmehl vermischen, salzen und pfeffern.
Das Öl in einer Bratpfanne erhitzen und sobald es leicht zu rauchen beginnt, den Kartoffelbrei in kleinen Häufchen in die Pfanne geben und platt drücken. In zwei Minuten goldbraun backen, anschließend wenden und auf der anderen Seite nochmals ein bis zwei Minuten backen lassen.
Auf ein Teller geben und das überschüssige Fett mit Küchenpapier abtupfen.

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