Dienstag, 19. Februar 2008

Hähnchen mit Schwarzwurzeln, Zitrone und Knoblauch

Nach meinen Rote-Bete-Ausschweifungen habe ich diese Woche schon wieder ein neues Gemüse in meinem Biokorb entdeckt: Schwarzwurzeln! Musste ich natürlich gleich ausgoogeln. Rezepte gibt es im Internet natürlich immer genug, aber irgendwie sprach mich keines so richtig an.
Bis mir einfiel, dass ich vor einigen Wochen ein Mini-TK-Hähnchen (450 g) gekauft hatte, um es irgendwann einmal babygerecht zuzubereiten. Tant pis, Baby kriegt ein anderes Mal Hähnchen, denn Schwarzwurzel passt anscheinend sehr gut zu einem saftigen Geflügel! Was ich mittlerweile bestätigen kann.

Für ein trautes Abendessen im kleinen Kreis:

- 1 Hähnchen (kann durch jedes andere Geflügel ersetzt werden)
- 6 Schwarzwurzeln
- 1 EL Zitronensaft oder Essig
- 3 EL Mehl
- 1/2 Zitrone, in feine Scheiben geschnitten
- 4 Knoblauchzehen, "im Hemd" (also wirklich mit der Schale)
- ein wenig Stangensellerie und Petersilie
- Salz und Cayenne-Pfeffer
- Olivenöl

Erst einmal die Schwarzwurzeln waschen und mit dem Gurkenschäler schälen (dazu am besten Gummihandschuhe anziehen, denn anscheinend hat der milchigweisse Saft der Schwarzwurzel beträchtliches Talent in Sachen Fingernägelverfärbung...).
Dann schräg in 5 cm lange Stücke schneiden und in eine Schüssel mit Essigwasser geben, damit das Gemüse schön weiß bleibt.
In einem Kochtopf reichlich Wasser zum Kochen bringen, grobes Meersalz und das Mehl dazugeben.
Die Schwarzwurzelstücke ca. 15 Minuten lang kochen. Abseihen.

Den Ofen auf 210°C (bei mir Thermostat 7) vorheizen.
Das aufgetaute (wenn TK) Hähnchen salzen und Cayenne-pfeffern. Das Hähnchen mit dem Sellerie, der Petersilie und zwei Zitronenscheiben füllen.
Die Schwarzwurzelstücke mit den Knoblauchzehen und den restlichen Zitronescheiben in einen kleinen Schmortopf geben, leicht salzen und mit 1 kleinen EL Olivenöl gut vermischen.
Das Hähnchen aufs Gemüse legen, mit etwas Olivenöl beträufeln.
Im Rohr ca. 35 Minuten lang braten.
coquelet
Ein wirklich 'abgerundetes' Essen! Den weichen Knoblauch aus der Schale drücken und aufs Brot streichen. Außerdem verleiht die geschmorte Zitrone dem Ganzen einen erfrischenden Geschmack. Wirklich sehr lecker. Und was isst Monsieur Léo?
Garten-Koch-Event

Orangen-Zitronen-Kuchen für ein einjähriges Männchen

Wie die Zeit vergeht! Seit einer Woche backe ich fast täglich an jouetleoirgendeinem Geburtstagskuchen, denn die Festlichkeiten zu Léos erstem Geburtstag haben eine geschlagene Woche gedauert! Den letzten Kuchen, den wir am Sonntag mit Freunden gegessen haben, fand ich besonders gelungen, babygerecht und angenehm schlicht.

Ich muss dazusagen, dass ich eine absolute Leidenschaft für Zitrusfrüchte besitze. Fällt mein Gourmet-Auge im Restaurant beim Lesen der Karte auf das Zauberwort "Zitronenkuchen" , ist meine Wahl auch schon getroffen. Mousse au chocolat, Tiramisù, profiteroles und ähnliche Leckereien müssen sich dann bei mir hinten anstellen... und das einzige Dessert, das eine Chance hat, ist haus- (sprich von Mamma) gemachter Apfelstrudel!
Seit ich Bioorangen und -zitronen kaufe, wandert kein Millimeter der wertvollen und aromatischen Fruchtschale mehr in die Mülltonne, sondern wird prinzipiell IMMER verwertet: Daube de boeuf mit Orangenschale und Nelken, Zitronensorbet, Apfelkompott mit Zimt und Zitrone, Orangensalz - und natürlich auch folgender Kuchen.

Für eine mittelgroße Gugelhupfform (1,5 l):

- 200 g weißes Mehl + ein wenig Mehl für die Kuchenform
- 1 KL Backpulver
- ½ KL Natron
- ¼ KL Tafelsalz
- Saft und geriebene Schale einer halben Biozitrone
- Saft und geriebene Schale einer halben Bioorange
- 90 ml flüssige Sahne
- 110 g weiche Butter, in Stücke geschnitten + 1 wenig Butter für die Kuchenform
- 150 g Zucker
- 3 Eier

Das Backrohr auf 175°C (Thermostat 5-6) vorheizen.
Die Gugelhupfform mit Butter einfetten und mit etwas Mehl ausstreuen. In den Kühlschrank stellen.
Das Mehl in eine Schüssel geben und Backpulver, Natron, Salz, Orangen- und Zitronenschale unterrühren.
Den Orangen- und Zitronensaft mit der flüssigen Sahne verrühren.
Die Butter mit dem Zucker mixen, bis die Mischung schön cremig ist.
Nun die Eier langsam unter die Buttercreme mixen. Anschließend die Sahne- und die Mehlmischung abwechslungsweise in kleinen Mengen hinzufügen.
Den Teig in die Gugelhupfform geben und ca. 50 Minuten lang backen (Piektest machen!).

Ich habe im letzten Augenblick noch beschlossen, eine Orangen-Zitronensoße dazuzumachen: Dafür einfach den Saft und die fein geriebene Schale einer halben Zitrone und einer halben Orange mit 3 EL Zucker erhitzen, bis sich der Zucker verflüssigt hat.

Übrigens werde ich die Soße beim nächsten Mal mit Staubzucker zubereiten und direkt über den warmen Kuchen gießen. Dazu den Kuchen, sobald er aus dem Rohr kommt, mit einem Zahnstocher an mehreren Stellen ‚durchlöchern’, damit die Soße gut in den Kuchen eindringen kann.

Leider handelt es sich bei meiner Gugelhupfform um ein gateaucitronErbstück in einigermaßen schlechtem Zustand, und ich muss gestehen, dass mir der Kuchen trotz reichlichem Einfetten ein wenig angebrannt ist... So habe ich einfach doppelt soviel Staubzucker darauf verteilt.

Gerade fällt mir ein, dass ich den Teig auch noch mit einem Tröpfchen Orangenlikör (am besten Grand Marnier) bereichern hätte können.

Während unser Geburtstagskind stundenlang an einem Stückchen Kuchen mümmelte und die Krümel in alle Windesrichtungen verstreute, aßen wir den Orangen-Zitronen-Kuchen mit Staubzucker, warmer Orangen-Zitronen-Soße und Kokosnusssorbet. Dazu gab es erst ein, dann zwei, und in manchen Fällen auch drei Gläschen Ratafia-Likörwein von unserem Winzerfreund aus Burgund. Herrlich!

Donnerstag, 14. Februar 2008

Alles Gute, mein Léole!

Heute, jawohl am Valentinstag, feiert mein kleiner Léo seinen muffinsallerersten Geburtstag... !
Rein kulinarisch geschehen beschäftige ich mich schon seit Tagen, was sage ich, seit WOCHEN, mit der Frage, was für einen Geburtstagskuchen ich ihm für sein allererstes Fest backen sollte. Schokolade? Früchte? Welche Farbe? Cremig, mehrschichtig, kompliziert? Handlich, kompakt, babygerecht?

Ganz zufällig stieß ich beim Einkaufen im Supermarkt auf ein Kochbuch für Süßigkeiten und Naschereien und schlug zufällig eine Stelle auf, von der mir ein putzig-rosa Muffin entgegenstrahlte. Auf einmal war alles glasklar: Himbeermuffins, was denn sonst!

Für ca. 10 Muffins:
- 220 g Mehl
- 30 g Haferflocken
- 3 KL Backpulver
- 100 g Zucker
- eine Prise Salz
- 25 cl Milch
- 1 verquirltes Ei
- 75 g zerflossene Butter
- 200 g TK-Himbeeren (oder auch Heidelbeeren)

Das Rohr auf 200°C (Thermostat 7) vorheizen.

In einer Schüssel das Mehl mit den Haferflocken, dem Backpulver, Zucker und Salz vermischen.

In einer zweiten Schüssel die flüssigen Zutaten, also Milch, Ei, Butter, kurz untereinander rühren.

Nun die flüssigen Zutaten unter die Mehlmischung geben und ganz kurz verrühren (nur so lange, bis das Mehl die Flüssigkeit aufgenommen hat). Auf keinen Fall sollte ein Muffin-Teig gleichmäßig verrührt sein.

Die Himbeeren dazugeben. Noch einmal kurz durchrühren.

Den Teig in die leicht gefetteten Muffinformen geben (diese 3/4 hoch füllen) und im Rohr ca. 20 Minuten lang backen.
muffin
Mein Zwergele war entzückt und hat gleich schon zum Frühstück nach dem Fläschchen einen halben Muffin genossen!

Während ich das Rezept niederschreibe, fallen mir gleich tausend Varianten ein: die Haferflocken durch Kokosnusspulver ersetzen. Schokoladeflocken (weiße Schokolade?) dazugeben. Ein wenig Sahne? Zitrone...
Wie dem auch sei, ich glaube, dass mir in den nächsten Jahren noch eine ganze Menge Kindergeburtstagsfeste bevorstehen, und ich habe das Gefühl, dass bei solchen Anlässen Muffins, Cookies & Co. einfach immer Erfolg ernten!

Dienstag, 12. Februar 2008

Rote-Bete-Feldsalat mit Nüssen und frischem Ziegenkäse

Ich hab das Gefühl, dass ich diese Woche von nichts anderem als von Roten Beten spreche! Während ich diesen Artikel schreibe, warten in meinem Kühlschrank übrigens immer noch drei biologisch überaus hochwertige Exemplare der bekanntlich so gesunden - weil wertvoller Folsäuren- und Vitamin-B-Spender - und zu Unrecht verschmähten roten Knolle auf Weiterverwertung.
Die poppige Farbe der Roten Bete eignet sich natürlich hervorragend zu Salat und ihr süßlicher Geschmack passt wirklich sehr gut zu Feldsalat und 'lieblich' schmeckenden Frischkäsesorten wie Ricotta oder Ziegenkäse, sowie Nüssen (am besten finde ich Haselnüsse, aber leider hatte ich keine mehr, so hab ich zu Walnüssen gegriffen). Somit gab es bei uns gestern ein überaus dekoratives Salatgericht:

betterave2
Für 2 Personen:

- 2 Handvoll Feldsalat, gewaschen
- 1 vorgekochte Rote Bete, in feine Scheiben geschnitten
- 60 g Ziegenfrischkäse oder Ricotta
- 20 g Haselnüsse
- eine Vinaigrette aus 2 EL Weißweinessig, Salz und Pfeffer, sowie 4 EL Traubenkernöl (oder jedes andere geschmacksneutrale Öl, zum Beispiel Rapsöl)
- ein wenig Schnittlauch zur Verzierung

Die Haselnüsse in einer Pfanne 1-2 Minuten grillen (um Himmelswillen ohne Fett!), bis sie schön nussig riechen. Dann sofort aus der Pfanne entfernen, denn sonst verbrennen sie im Nullkommanix. Abkühlen lassen.

Den Feldsalat und die Roten Bete auf zwei Teller verteilen, die Vinaigrette darüberträufeln und gut vermischen.

Die Haselnüsse darüberstreuen und den Frischkäse mit einem kleinen Löffel häufchenförmig über den Salat verteilen.

Eventuell mit etwas fein gehacktem Schnittlauch verzieren.

Montag, 11. Februar 2008

Kochkurs: Selbst gebackene Challa

Folgendes muss ich leider gestehen: Bislang habe ich mein Schabbatbrot immer gekauft, denn an jüdischen Bäckereien fehlt es mir glücklicherweise hier im Pariser 19. Arrondissement wirklich nicht!
Seit dem Kochkurs, an dem ich letzten Sonntag teilgenommen habe, besitze ich nicht nur ein wirklich gutes und vor allem einfaches Rezept, sondern habe endlich gelernt, wie man die Challe richtig flechtet, damit sie nicht wie eine aufgeblasene Stucksäule aus dem Backrohr kommen! Nächsten Donnerstag geht's los!

Und hier ist vorerst schon mal das Rezept (für eine Challa):

- 250 g weißes Mehl
- 1 Briefchen Trockenhefe (5,5 g)*
- 1 Kaffeelöffel Salz
- 1 Kaffeelöffel Zucker (die Menge kann beliebig bis zu 1 Esslöffel erhöht werden)**
- 1 Ei + 1 Eigelb für die Glasur
- 1 Kaffeelöffel Öl** (die jüdische Mame nimmt natürlich die dreifache Menge, was aber wirklich nicht sein muss!)
- 125 ml Wasser
- eine Handvoll Sesamkörner oder Mohnsamen

Das Mehl in eine Schüssel geben und die Trockenhefe mit einer Gabel daruntermischen. Den Zucker dazugeben und wieder gleichmäßig vermischen. Das Salz dazugeben, vermischen(Salz und Hefe sollen nicht direkt in Berührung kommen, daher am besten diese Reihenfolge einhalten).

Das verquirlte Ei, das Öl und die Hälfte des Wassers dazugeben und nun mit den Händen verkneten. Langsam das restliche Wasser daruntermischen und etwa 20 Minuten lang kneten. Der Teig sollte sich weich und geschmeidig anfühlen.

Die Teigkugel in eine Schüssel geben, ein wenig Mehl darüberstreuen und mit einem Küchentuch bedecken. An einem geschützten Ort 1 Stunde lang gehen lassen (Meine Kochlehrerin hat uns folgenden Tipp gegeben: Den Teig eifach neben ein mit kochendem Wasser gefülltes Schüsselchen ins kalte Backrohr geben).

Nach einer Stunde den Teig aus der Schüssel nehmen und kurz durchkneten. In zwei gleich große Stücke aufteilen und zwei Teigstänge daraus rollen. Nun die beiden Teigstränge zu einem Zopf flechten.

Das Backrohr auf 150-170°C vorheizen (Thermostat 5-6).

Die Challa mit einem Tuch bedecken und noch einmal 30 Minuten gehen lassen. Dann mit dem Eigelb bestreichen, nach Belieben mit Sesamkörner oder Mohnsamen bestreuen.

20 Minuten lang goldbraun backen.

Foto wird selbstverständlich nachgereicht!

Abschließend noch einige Tipps:

* In Frankreich die Marke "levure briochin" von Alsa nehmen. In Deutschland vielleicht am besten die Trockenhefe von Dr. Oetker?

** Nach Belieben das Öl variieren: Olivenöl, Nussöl, Arganöl usw. Anstatt Zucker kann natürlich auch dieselbe Menge Honig verwendet werden.

Die Challa kann schon am Vortag geformt und in den Kühlschrank gegeben werden. Am Freitagmorgen einfach nur noch mit dem Eigelb bestreichen und ins Rohr geben.

Lachs-Brokkoli-Quiche

Normalerweise gibt es bei uns am Sonntagabend eine selbst gemachte Pizza: unsere absolut wirksame Antwort auf den allbekannten, quasi universalen Sonntagabend-Blues! Dazu hören wir uns "Le masque et la plume", einen Klassiker der linken "Bourgeois-Bohème"-Radiowelt, an: eine Art literarisches Quartett, für Film, Theater und Literatur. Incontournable, amüsant und köstlich versnobt!

Nun ist Schwester Routine bekanntlich die schlimmste Feindin aller Gaumenfreuden - seien sie noch so bescheiden - und so suchte ich diesen Sonntag nach einem alternativen Abendmahl: brocoliQuiche mit Lachs und Biobrokkoli. Monsieur hatte die Aufgabe, einen Fertigmürbteig zu kaufen, und nachdem er zuerst mit einem Fertigblätterteig ankam und dann um fünf vor acht noch einmal losgeschickt wurde, konnte es auch schon losgehen.

Lachs-Brokkoli-Quiche

- 1 Fertigmürbteig
- 250 g Brokkoli
- 400 g frisches Lachsfilet (also ohne Haut und Gräten),
- 4 Eier
- 30 cl Sahne
- ein wenig Butter für die Backform
- Salz und Pfeffer

Das Backrohr auf 210°C vorheizen.
Eine runde Backform (26 cm Durchmesser) mit Butter ausstreichen. Den Mürbteig in die Form legen und den Überschuss wegschneiden. Mit einer Küchengabel an mehreren Stellen in den Teig piken.
Die Brokkoliröschen 2 Minuten lang in kochendes Salzwasser geben, dann abseihen. (Besonders Fleißige können die Röschen auch nach dem Kochen direkt in einer mit Wasser und Eiswürfel gefüllten Schüssel abschrecken und dann sofort abseihen. So verlieren die Brokkoliröschen ihre schöne sattgrüne Farbe nicht. Das mache ich prinzipiell immer, wenn ich Brokkoli kalt mit Knoblauch, Olivenöl und Peperoncino zubereite.)
Den Lachs kurz unter fließendem, natürlich kaltem, Wasser abwaschen, mit Küchenpapier trocken tupfen und in kleine Würfel schneiden.
Die Lachswürfel auf dem Mürbteig verteilen, und die Brokkoliröschen dazugeben.
Die Eier mit der Sahne in einer Schüssel verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken. Über Lachs und Brokkoli gießen.
Die Quiche im Rohr ca. 45 Minuten lang goldbraun backen.
Kann warm oder - am nächsten Tag - kalt verspeist werden.
Und was gibt's für Bébé? Dasselbe - oder beinahe!

Rote Bete??? Rote Bete!!!

Diese Woche schaut meine Biogemüselieferung irgendwie mickrig aus: Feldsalat, vorgekochte Rote Bete, Kartoffeln, Brokkoli, und das war's auch schon...

Was soll ich bloß mit 6 Stück Rote Bete machen? Vor meinem betteraveBiogemüse-Abo kaufte ich so was höchstens einmal im Jahr, in sporadischen Anflügen von Nostalgie, um mir den Ronensalat mit Sahnesoße aus meiner Kindheit zu Gemüte zu führen - meistens alleine, denn Monsieur verabscheut den erdigen Geschmack der knallroten Knolle.
Spontan denke ich an folgende Rezepte: Rote-Bete-Kartoffel-Brei für meinen kleinen Léo, Borschtsch (ähm, schreibt man das wirklich so?) oder Feldsalat mit hauchdünnen Rote-Bete-Scheiben, Haselnüssen und Ziegenkäse oder Ricotta, denn ein milder Frischkäse passt besonders gut zum süßen Geschmack der Roten Bete. Coming soon!
Den Matjessalat mit Roten Beten, Äpfeln, Saurer Sahne und weiß ich noch alles überlasse ich am besten meinen Bloggerkollegen aus Deutschland :-)
Nicht, dass ich prinzipiell was gegen das Rezept habe, aber erstens muss ich hier in Paris kilometerweit laufen, um richtige Matjesfilets und vor allem saure Sahne herzukriegen. Und zweitens passen bestimmte Gerichte eben nun mal nur zu bestimmten Orten!

Donnerstag, 7. Februar 2008

Mein arrangierter Rum

"Rhum arrangé", also "verbesserter" Rum, ist eine französische Variante des großmütterlichen Rumtopfs, der das ganze Jahr über mit Früchten der Saison angereichert wird. „Arrangierter“ Rum stammt natürlich aus den Französischen Antillen, die übrigens ausgezeichneten Rum exportieren.
Das Prinzip kennt jeder: ein hochprozentiger Rum wird mit Zucker, Gewürzen und beliebigen Früchten am besten in einem Steingutgefäß angesetzt und für mehrere Monate lang in einem kühlen Ort gelagert, bis sich der Rum zu einem aromatisch-würzigem Getränk verwandelt hat, den man zum Beispiel als Digestiv nach einem kreolischen Abendessen reichen kann.
Was ich schon seit langem einmal ausprobieren wollte. Und so machte ich mich also vor einem Monat daran, meinen eigenen zesteur_flouRumtopf zu kreieren. Dabei habe ich mich auf eine Frucht, nämlich Ananas, beschränkt, damit mein Rum nicht in einen Obstsalat ausartet, sondern schön minimalistisch edel bleibt.
Jetzt steht mein Rum in einem großen Einweckglas auf dem Balkon und ich zähle die Tage bis zum Mai: dann nämlich sind die 5 Monate Wartezeit um und mein arrangierter Rum dürfte Gaumen und Leber der extra zur Verkostung geladenen Auserkorenen erfreuen.
Übrigens liegt eines der Geheimnisse eines gelungenen arrangierten Rums in der Qualität seiner Zutaten. Also: um Himmelswillen kein billiger Fusel, vertrocknete Vanilleschoten oder halb reife Früchte, sondern echter Qualitätsrum und wirklich reife, saftige Früchte der Jahreszeit!

Das Rezept:

- 1 l guter, echter, weißer Rum (54 %ig)
- 10 cl Zuckerrohrsirup
- 1 wirklich fleischige Vanilleschote
- die Schale einer unbehandelten Orange (mit dem Zestenreißer entfernen, damit der weiße und bittere Teil der Schale nicht in den Rum kommt)
- 1 Zimtstange
- 100 g Obst (je nach Jahreszeit Honigmelonenwürfel, Litschis, Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen oder, wie ich, Ananaswürfel).

Den Rum in ein Einweckglas geben und die Früchte daruntermischen.
Den Zuckerrohrsirup, die Zimtstange, die Orangenschale und die aufgeschlitzte Vanilleschote dazugeben.
Mindestens 5 Monate lang im Trockenen und dunkel aufbewahren. Für das Foto habe ich meinen Rum mal eben kurz aus dem Winterschlaf geweckt und gleich auch ein wenig daran geschnuppert: himmlisch orangig...!
rhumarrange

Mein Klops-Rezept für den Freitagabend

Klopsrezepte gibt es nun ja wirklich in Hülle und Fülle. Beim Stöbern im Internet bin ich auf einen Artikel aus dem Tagesspiegel gestoßen, in dem Lily Bretts Buch "Chuzpe" vorgestellt wird. Bei Gelegenheit werde ich mir das Buch einmal über Amazon zukommen lassen - schon allein deshalb, weil die Schriftstellerin angeblich am Ende gleich drei ihrer Klops-Rezepte preisgibt! Ehrlich gesagt hätte ich nie daran gedacht, dass ein Klops aus etwas anderem als Rinderhackfleisch, Zwiebel und Tomatensoße bestehen könnte. Wenn ich da von Lily Bretts "Spinatklopsen mit Rote-Beete-Streifen gewürzt mit Koriander, Kardamom und Zimt" oder gar von "Karotten-Honig-Klopsen" lese, dann rinnt mir nicht nur das Wasser im Mund zusammen, sondern mich packt vor allem unverzüglich die Lust, mein Basis-Klops-Rezept demnächst ein wenig aufzumöbeln.
Obwohl es mich eigentlich bislang noch nie im Stich gelassen hat!

Und hier ist es:

- 1 klein gehackte Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 klein gehackte Stange Sellerie
- 1 EL Thymian
- 1 EL Origano
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Zweige Rosmarin
Anstelle dieser Kräuter kann auch mit 2 EL "Herbes de Provence" gewürzt werden
- 1 EL Olivenöl
- 700 g Rinderhackfleisch
- 1 fein geriebene Karotte
- 2 verquirlte Eier
- 80 g Brösel (oder Haferflocken)
- 1 1/2 Kaffeelöffel feines Salz
- Pfeffer (ich nehme Cayenne-Pfeffer)
- 160 g Tomatensoße

Das Rohr auf 180°C vorheizen. Eine rechteckige Backform (meine Silikon-Backform ist 25x10 cm groß) mit Öl bestreichen.

Die Zwiebel mit den Kräutern, dem Sellerie und dem Olivenöl in einer Pfanne vermengen und ein paar Minuten lang leicht anbraten. Zum Schluss die fein gehackte Knoblauchzehe dazugeben und noch einmal eine Minute lang braten lassen.

Das Hackfleisch in eine große Schüssel geben, mit dem Zwiebel-Kräuter-Gemisch, der fein geriebenen Karotte und den Bröseln vermengen. Die beiden Eier, Salz, Pfeffer und Tomatensoße dazugeben und wieder gut mischen, bis die Mischung sich beim Rühren schön saftig anhört...
klops_laurierDie Hackfleischmischung in die Backform geben und mit dem Kochlöffel gleichmäßig verteilen. Das Lorbeerblatt dekorativ in die Mitte geben.
Im Rohr eine gute Stunde lang backen lassen, bis der Klops schön braun ist.

Im Winter essen wir gerne gedünsteten Rotkohl mit Rosinen dazu. Ein absoluter Klassiker!

Montag, 4. Februar 2008

Orangen-Zitronen-Rosmarin-Pittas mit Feta und Salat

Letzten Donnerstagabend flatterte uns wie jeden Donnerstag ein Campanier ins Haus: dieses Mal gab es unter anderem Fenchel, Blumenkohl, Kartoffeln und einen knackig frischen Batavia-Salat, den wir natürlich zuallererst essen wollten. Da fiel mir ein, dass Patricia Wells in ihrem letzten Buch von Orangen-Zitronen-Pittas spricht, die mir gleich schon aufgefallen waren, weil sie im Handumdrehen fertig sind. Ihr Rezept habe ich allerdings gründlich abgeändert:
Patricia Wells nimmt Vollkornpittas, ich ganz normale. pitahseuleAußerdem ersetze ich das Bund Petersilie und Pfefferminze durch 4 EL fein gehackten Rosmarin, denn ich hasse Pfefferminze und LIEBE den so herrlich nach Mittelmeer duftenden Rosmarin. Übrigens habe ich in meine Pittas auch ein wenig Knoblauch und Cayenne-Pfeffer hineingeschmuggelt.

- 4 EL fein gehackte Rosmarinnadeln
- 1 fein gehackte Knoblauchzehe
- Cayenne-Pfeffer und Salz nach Geschmack
- die geriebene Schale einer Biozitrone
- die geriebene Schale einer Bioorange
- 4 EL gutes Olivenöl
- 4 Pittas
- 80 g Feta, gewürfelt

Rosmarinnadeln, Knoblauch, Orangen- und Zitronenschale in ein Schüsselchen geben, mit Cayennepfeffer und Salz abschmecken und mit 3 EL Olivenöl mindestens eine Stunde lang marinieren lassen.

Das Backrohr auf 230°C vorheizen. Die Pittas großzügig mit der duftenden Marinade bestreichen, mit den Fetawürfeln garnieren und 10 Minuten lang goldbraun backen.

Aus dem Rohr nehmen, mit dem restlichen Olivenöl (1 EL) beträufeln und mit etwas Salat servieren.

Übrigens habe ich die Salatvinaigrette ganz einfach gehalten: 3 EL Zitronensaft, Salz und 4 EL Olivenöl.

Ein wirklich gelungener Snack, der sich schnell zubereiten und beliebig variieren lässt! Ach ja, übrigens kann die Pitta auch nur so ohne Salat und Feta in Stücke geschnitten zum Aperitiv gegessen werden. Eine weitere Alternative: die Pittas öffnen und vor dem Backen mit Feta und etwas Marinade füllen.
pitah_orangecitron

Donnerstag, 31. Januar 2008

Karotten-Halva

Wenn ich bisher 'Halva' hörte, dann dachte ich eigentlich an eine Art orientalischen Nugat, der so richtig schön überzuckert schmeckt und ungefähr 1000 Kalorien pro Bissen liefert.
Halva soll - habe ich gerade eben bei Wikipedia nachgelesen - aus dem Arabischen stammen und sich von der Wurzel "süß" ableiten. Wen wundert's?
Als ich vor ein paar Tagen in einem Kochbuch von Bridged Jones (der anderen!) blätterte, das ich prinzipiell nie verwende, aber mir immer wieder gerne anschaue, weil es so schön "High-Tea-mäßig" aussieht, mit Schleife und so, bin ich auf nachfolgendes Rezept gestoßen. Gestern Abend habe ich es auch gleich - in leicht abgewandelter und meinen Vorräten angepasster Form - ausprobiert und trotz Grippe-Gliederschmerzen bis 23 Uhr eifrig gerührt und gerührt und gerührt...

Hier ist mein Rezept:

Karotten-Halva


- 30 g Butter
- 250 g fein geraspelte Karotten (3-4 Stück, je nach Größe)
- 3 Kardamomkapseln
- 1 Stange Zimt
- 2 Gewürznelken
- 30 g Mandelblätter
- 30 g Rosinen
- 375 ml Milch
- 60 g Rohrzucker
- 2 EL Orangenblütenwasser

Die Butter in einem kleinen Kochtopf zergehen lassen. Karotten, Kardamomkapseln, Zimt, Gewürznelken und Mandeln dazugeben und unter ständigem Rühren 20 Minuten lang anbräunen.
Dann Rosinen und Milch beifügen.
Nun 1 gute Stunde lang einkochen lassen (ohne Deckel, denn die Flüssigkeit soll verdampfen!). Achtung, der Brei soll gegen Ende der Kochzeit eine festere Form angenommen haben und brennt deshalb leicht an. Also dabeibleiben und ständig rühren!
Nun den Zucker und das Orangenblütenwasser dazugeben, gut unter die Halva mengen und noch einmal gute 10 Minuten köcheln lassen.
Abkühlen lassen und kalt auf einem Naturjoghurt servieren.
Schmeckt traumhaft, so richtig nach Bollywood.
karottenhalva
Übrigens verwendet Bridget Jones Rosenblütenwasser und rät, die Halva mit gehackten Pistazien zu servieren. Was ich auch gerne gemacht hätte, aber Pistazien sind auf meinen Küchenregalen nur selten anzutreffen.

Knackiger Wintersalat mit Leinsamen-Koriander-Sesam-Vinaigrette

Dass ich zur Zeit nicht gerade von Übersetzungsaufträgen überhäuft werde, hat immerhin etwas Gutes: ich koche so ziemlich pausenlos! Babykompotte, Babybreie, Babysäfte: Übrigens brutzelt auf meinem Herd gerade ein Baby-Spinat-Kartoffel-Brei. Aber davon vielleicht ein anderes Mal.

Nach dem misslungenen Kürbis-Flan (der immer noch auf meinem Küchentisch herumsteht und vergeblich auf Gäste wartet) hatte ich erst einmal die Nase voll vom Süßem, und noch dazu so richtig Lust auf einen wirklich schmackhaften, dicken Salat mit Nüssen, Kartoffeln, Karotten und was sonst noch so alles in ein Winterabendgericht gehört, das wirklich etwas auf sich hält.

wintersalatDas Rezept dürfte für 3 Personen reichen, aber Monsieur und ich haben den Salat auch zu zweit locker fertig gekriegt...

Knackiger Wintersalat mit Leinsamen-Koriander-Sesam-Vinaigrette

3 mittelgroße, fest kochende Kartoffeln
2 Stangen Sellerie
1 große Karotte
1/4 Weißkohl (ca. 130 g)
130 g Erbsen (habe Bio-Tiefkühlerbsen verwendet)

Für die Vinaigrette:

Je 1 großzügig gehäufter Esslöffel Korianderkerne, Leinsamen und Sesamkörner
1 Esslöffel Senf
4 Esslöffel Weißweinessig (am besten einen französischen Schalottenweißweinessig)
100 cl Olivenöl
Salz, Pfeffer

Die Kartoffeln (mit der Schale) in Salzwasser weich kochen, schälen und in kleine Würfel schneiden. In eine Salatschüssel geben.
Karotte, Sellerie und Erbsen 3 Minuten lang in Salzwasser knackig kochen, gut abseihen und zu den Kartoffeln geben.
Den Weißkohl in feine Scheiben schneiden und ebenfalls in die Salatschüssel geben. Alle Zutaten vermengen.

Für die Vinaigrette Leinsamen, Sesam- und Korianderkörner in einem Pfännchen (ohne Fett) ein paar Minuten lang grillen (bis sie anfangen über den Pfannenrand "hinauszuhüpfen")
Die gegrillten Körner in ein Schüsselchen geben und gut mit dem Senf vermischen.
Weißweinessig, Salz und Pfeffer dazugeben, wieder gut mischen und abschließend das Öl einrühren.

Die Vinaigrette unten den Salat geben und das Ganze mindestens eine Stunde lang ziehen lassen.

Schmeckt irgendwie wie Russischer Salat, aber ohne Ei und Mayo.

Anstelle des Schalottenweißweinessigs einfach eine klein gehackte Schalotte (oder Zwiebel) in den Salat geben und einen anderen Essig verwenden.
wintersalat

Dienstag, 29. Januar 2008

Nie wieder Kürbis-Flan :(

Eines muss ich gleich vorwegnehmen: Ich bin ein absoluter Fan von Patricia Wells! Leider sind ihre Bücher - abgesehen von einer nicht sehr aktuellen Ausnahme - nur auf englisch oder französisch erhältlich (P.W. ist Amerikanerin und lebt in Frankreich). Alle ihre Kochbücher sind wahre Bibeln für mich, eigentlich gelingen ihre Rezepte einfach immer und bringen meinen Freund und alle, die bei mir sonst noch so am Tisch sitzen, oft zum Staunen!
Als mich gestern wieder einmal die Kochlust packte, machte ich mich dazu auf, ein Rezept aus dem allerletzten Patricia-Wells-Buch auszuprobieren: einen Kürbis-Flan (ein Flan ist ein puddingartiger Kuchen, den man ganz einfach mit Milch, Zucker, Eiern, ein wenig Mehl und Obst zubereitet). Was war bloß los mit dem kurbisganzRezept? Was war bloß los mit mir? Mein Flan ließ sich zwar essen, aber eben nur, weil gerade nichts anderes auf dem Tisch stand... der Teig ist irgendwie zu schwammig, und sogar Monsieur hat diesmal nicht auf eine zweite Portion bestanden....

Womit mein erster Artikel zu Patricia Wells leider - und mysteriöserweise - ein Reinfall wäre... In den nächsten Tagen werde ich mir mal ein anderes Rezept aus ihrem Buch genauer unter die Lupe nehmen. Versprochen, Patricia, das nächste Mal mache ich deinem Buch garantiert mehr Ehre!

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